Wer seinen Altbau renoviert und Wert auf möglichst diffusionsoffene Wandbeschichtungen legt, landet früher oder später bei Silikatfarbe.
Aber welche ist wirklich gut? KEIM, Caparol, Brillux oder reicht auch eine günstigere Farbe aus dem Baumarkt?
Die Frage kam kürzlich auch in unserer Facebook-Gruppe auf. Gesucht wurde eine gute Silikatfarbe für Innenräume mit einem vorhandenen Feinputz von etwa 1 mm Körnung.
Hier mal ein paar Empfehlungen und Tipps, worauf man achten sollte.
Warum überhaupt Silikatfarbe?
Silikatfarben haben gerade bei der Altbausanierung einige interessante Eigenschaften:
- Hohe Wasserdampfdurchlässigkeit: Der Untergrund kann weiterhin Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf abgeben.
- Mineralische Bestandteile: Besonders interessant in Kombination mit Kalk- und Kalkzementputzen.
- Natürliche Alkalität: Kann das Wachstum von Schimmelpilzen auf der Farboberfläche erschweren.
- Stumpfmatte Optik: Passt gut zum Charakter älterer Gebäude.
- Gutes Raumklima: Viele hochwertige Produkte kommen ohne zugesetzte Konservierungsmittel, Lösemittel und Weichmacher aus.
Allerdings ist nicht jede Silikatfarbe gleich. Man unterscheidet unter anderem zwischen Reinsilikatfarben und Dispersionssilikatfarben.
Letztere enthalten geringe Mengen organischer Bindemittel und lassen sich häufig einfacher verarbeiten. Je nach Produkt und Untergrundvorbereitung können sie auch auf Gipsputzen und alten, tragfähigen Dispersionsanstrichen verwendet werden.
Wichtig: Auch eine gute Silikatfarbe behebt keine Feuchtigkeitsursachen im Mauerwerk.
Welche Silikatfarbe ist empfehlenswert?
KEIM Biosil
KEIM gehört zu den bekannten Herstellern mineralischer Farben. Die Biosil ist eine gebrauchsfertige Dispersionssilikatfarbe für Innenräume.
Eigenschaften:
- Sehr diffusionsoffen
- Stumpfmatt
- Nassabriebklasse 2
- Gute Deckkraft, Klasse 1 bei 7 m²/l
- Ohne zugesetzte Konservierungsmittel
Gerade bei größeren Altbausanierungen würde ich KEIM Biosil definitiv in die engere Auswahl nehmen.
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Caparol Sylitol Bio-Innenfarbe
Ebenfalls eine gute Wahl für mineralische Wandflächen im Altbau.
Eigenschaften:
- Hoch wasserdampfdurchlässig
- Konservierungsmittelfrei
- Stumpfmatte Oberfläche
- Nassabriebklasse 2
- Für verschiedene mineralische Putze geeignet
Interessant ist, dass die Farbe nach entsprechender Untergrundvorbereitung auch auf Gipsputz und Gipskarton verwendet werden kann.
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Brillux Profisil 1906
Diese Farbe wurde auch in unserer Facebook-Community empfohlen.
Brillux Profisil 1906 ist eine hochwertige Dispersionssilikatfarbe mit guter Deckkraft, Nassabriebklasse 2 und stumpfmattem Erscheinungsbild.
Auch hier sind Beschichtungen auf Gipsputz oder alten matten Dispersionsanstrichen mit entsprechender Haftvermittlung möglich.
Die Farbe würde ich ebenfalls zu den interessanten Alternativen zählen.
Brillux Profisil 1906 – Herstellerinformationen
Silikatfarbe auf 1-mm-Feinputz – was beachten?
Die Körnung von 1 mm ist grundsätzlich kein Problem. Viel wichtiger ist, aus welchem Material der Feinputz besteht.
Kalkputz oder Kalkzementputz:
Häufig ein sehr guter Untergrund für Silikatfarben. Bei festem, sauberem und normal saugendem Putz ist je nach Farbsystem nicht immer eine zusätzliche Grundierung erforderlich.
Gipsputz:
Hier muss die Farbe ausdrücklich dafür geeignet sein. Oft ist vorher eine passende Grundierung notwendig.
Kunstharzgebundener Feinputz:
Nicht jede Silikatfarbe haftet darauf. Hier die Herstellervorgaben beachten und gegebenenfalls einen geeigneten Haftgrund verwenden.
Mein Tipp: Vorher mit der Hand über die Wand reiben. Sandet der Untergrund, muss er entsprechend vorbereitet werden. Auch stark unterschiedliche Saugfähigkeit kann später zu einem fleckigen Anstrich führen.
Nicht einfach irgendeinen Tiefengrund verwenden, sondern möglichst eine Grundierung aus dem abgestimmten Farbsystem.
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Häufige Fehler beim Streichen
Ein paar Dinge sollte man unbedingt vermeiden:
- Zu wenig Farbe: Kann zu ungleichmäßigem Auftrag führen.
- Falsche Grundierung: Kann Haftungsprobleme oder unterschiedliche Saugfähigkeit verursachen.
- Unterbrechungen mitten auf der Wand: Dadurch entstehen leicht Ansätze.
- Nachrollen bereits antrocknender Farbe: Das kann sichtbare Spuren hinterlassen.
- Zu frühes Überstreichen: Die Trocknungszeiten des Herstellers einhalten.
- Unzureichendes Abdecken: Silikatfarben sind alkalisch und können Glas, Fliesen, Naturstein oder Metalloberflächen beschädigen.
Deshalb Fenster, Böden und angrenzende Bauteile sorgfältig schützen. Frische Spritzer sofort entfernen und beim Streichen Augen und Haut schützen.
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Wie viel Silikatfarbe braucht man?
Das hängt von der jeweiligen Farbe und dem Untergrund ab.
Bei den hier genannten Produkten liegen typische Verbrauchsangaben ungefähr zwischen 110 und 150 ml pro Quadratmeter und Anstrich auf glatten Untergründen.
Beispiel für 30 m² Wandfläche:
Bei 140 ml/m² und zwei Anstrichen werden rechnerisch etwa 8,4 Liter benötigt.
Auf einem 1-mm-Feinputz kann der Verbrauch höher ausfallen. Deshalb empfiehlt sich eine Probefläche und eine kleine Materialreserve.
Erfahrungen und Einschätzungen aus der Community
Mich würde interessieren, welche Silikatfarben ihr bei euren Sanierungen verwendet habt.
Besonders interessant wären Erfahrungen mit:
- KEIM Biosil
- Caparol Sylitol Bio-Innenfarbe
- Brillux Profisil 1906
- Günstigeren Silikatfarben aus dem Baumarkt
Welche Farbe deckt wirklich gut? Musstet ihr zweimal streichen? Gab es Probleme mit Streifen, Ansätzen oder fleckigen Oberflächen?
Und noch eine wichtige Frage: Habt ihr die Silikatfarbe direkt auf Kalk- oder Kalkzementputz gestrichen oder vorher grundiert?
Gerade solche praktischen Erfahrungen helfen anderen bei der Auswahl enorm.
Quellen und weiterführende Informationen