Allgemein Planung

Bestandsaufnahme – Lohnt sich der Kauf?

Nachdem wir erfahren haben, dass das Haus verkauft werden soll, war die erste Besichtigung nicht mehr weit weg und die Bestandsaufnahme stand an. Wir wussten bereits, dass Teile des Hause bereits “entkernt” wurden, da vor kurzem ein Wasserschaden aufgetreten ist. Dabei wurden in vielen Räumen die Tapete entfernt, die Deckenabhängung sowie der PVC-Bodenbelag entfernt und teilweise auch der Putz von den Wänden geschlagen. Wir wussten also schon grob, was auf uns zu kommt.

Der erste Eindruck

Arbeit….viel Arbeit….überall Vollholzböden, Vollholztreppen….Nachtspeicheröfen….noch mehr Arbeit. Der erste Eindruck war schon sehr “krass”. Wir haben uns alle Räume angeschaut und sind in jede Ecke, auch in die Scheunen. Was uns dabei alles aufgefallen ist:

  • in jedem Raum (außer Dachgeschoss) sind Echtholzböden in teilweise gutem Zustand, allerdings noch voll Kleberreste und Ochsenblut.
  • die Treppen sind in aus Massivholz und sehr gut erhalten
  • die Geschossdecken bestehen aus Holz
  • alle Elektroleitungen müssen erneuert werden
  • Heizkörper gibt es nur im Erdgeschoss, sowie in zwei Räumen im Obergeschoss.
  • es gibt jede Menge Nachtspeicheröfen
  • es gibt Heizkörpernischen (warum hat man das früher nur so gemacht???)
  • der Keller ist aktuell in einem Raum noch feucht (durch den Wasserschaden) ansonsten von der Substanz her sehr gut.
  • der Balkon oben ist sanierungsbedürftig und hat ein definitiv zu niedriges Geländer
  • das Hauptdach ist dicht aber ungedämmt.
  • die Fenster sind knapp 30 Jahre alt (immerhin schon 2-fach verglast)
  • die Scheunen sind alle im sehr gutem Zustand (der Blick eines Laiens)
  • vieeeel Platz

Aber nun gehen wir mal auf die einzelnen Punkte ein:

Keller

Der Keller ist durch eine Außentreppe begehbar und hat eine knappe Raumhöhe von ca. 220 cm. Es gibt 3 Räume, die in einem sehr gutem Zustand sind. Optimal als Lager und für die zukünftige Technik. Der Keller war auch von Innen zugänglich, allerdings haben die Vorbesitzer die Treppe nach unten umfunktioniert und ein kleines WC aus dem Raum gebastelt.

Der Keller ist eigentlich trocken, hatte jedoch bis zuletzt ein Trocknungsgerät in dem rechten Raum stehen, da bei dem Wasserschaden das Wasser bis in diesen Raum vorgedrungen ist.

ToDos / Ideen:

  • Neue Außentür montieren
  • Technikraum festlegen (für Elektrik und Heizung)
  • Verlegung und Vereinzelung aller Kabel, Abwasser-, Wasser-, Heizungsleitungen

Erdgeschoss

Das Erdgeschoss besteht aus Flur, Treppenhaus, dem oben besagtem Mini-WC, aktuell Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche und Speisekammer. Von der Küche gehen zudem drei Stufen in die Waschküche (Anbau) und kleinem Bad. Die Waschküche ist unberührt und alle anderen Räume sind geräumt. Im Haupthaus sind fast alle PVC-Böden ab und man erkennt in jedem Raum den schönen Holzfußboden. In der Küche müssen allerdings noch die restlichen Kleberrückstände entfernt werden.

ToDos / Ideen:

  • Mini WC entfernen und Kellerzugang wiederherstellen
  • Wand zwischen Küche und Wohnzimmer entfernen (soll später ein großes Esszimmer werden)
  • In die Speisekammer soll das Gäste-WC
  • Die Küche soll in das jetztige Schlafzimmer (links im Flur)
  • Die Wand zwischen Küche und Esszimmer freilegen und Durchgang herstellen (aktuell ist dort eine tragende Wand in Ständerbauweise vorhanden).
  • Bodentiefe Fenster bzw. Tür vom Essbereich in den angrenzenden Garten
  • Durchgang von Küche zur Waschküche vergrößern
  • In der Waschküche sollen zwei Wände eingerissen werden und der Raum soll als Wohnzimmer umfunktioniert werden. Dafür benötigen wie allerdings einen Statiker und müssen schauen, ob wir das so ohne weitere hinbekommen.

Obergeschoss

Das Obergeschoss besteht aus drei großen Zimmern und einem Mini-Bad plus einem weiteres Zimmer im Anbau. Die beiden Zimmer auf der linken Seite sollen die Kinderzimmer werden und bleiben unberührt. Hier fehlen jedoch teilweise die Heizkörper (nur Elektroofen vorhanden). Das Zimmer vor Kopf hat einen Durchgang zum Anbau. Was hier in diesem Geschoss fehlt, ist ein großes Bad mit Dusche. Das ist hier das Hauptproblem, da wir aktuell nicht wissen, wo es am meisten Sinn macht. Das Zimmer im Anbau soll das Schlafzimmer der Eltern werden mit evtl. Option, ein Ankleideraum abzutrennen.

Im Flur auf der linken Seite gibt es noch eine Balkontür und einen alten Flachdachbalkon. Hier kam schon Feuchtigkeit durch die Tür und hat zwei Reihen Bodendielen sowie den darunter liegenden Balken in Mitleidenschaft gezogen.

ToDos / Ideen:

  • Beide Kinderzimmer unberührt lassen
  • Heizungsrohre in jeden Raum ziehen und Heizkörper installieren
  • Das Hauptbad planen (!!!)
  • Den Balkon mit einem Schrägdach erneuern
  • Die Balkontür zumauern auf Fensterhöhe
  • Den beschädigten Balken stabilisieren und die Dielenböden austauschen

Dachgeschoss

Hier befinden sich drei Räume (Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer) sowie ein Bad mit Dusche. Desweiteren gibt es im Schlafzimmer ein Durchgang zum großen Balkon (Flachdach). Auch in diesem Geschoss gibt es nur Nachtspeicheröfen.

  • Die Küche zurück bauen und Anschlüsse für später vorsehen.
  • Das Wohzimmer soll ein weiteres Kinderzimmer geben.
  • Das Schalfzimmer soll ein Büro / Lounge geben mit Zugang zum Dach
  • Auch das Bad soll komplett zurück gebaut werden (Verlegung der Elektrik sowie Wasser und Abwasser)
  • Der Balkon muss komplett abgetragen und neu abgedichtet werden

Dach

Das Dach ist zwar schon in die Jahre gekommen, aber noch dicht. Auf dem Dachboden sind keine nassen Stellen zu finden und auch das Holz sieht super aus. Gedämmt ist es allerdings nicht bzw. nur auf dem Dachboden selbst mit ca. 5cm Styropor.

Auf dem Dach befinden sich Bieberschwanzziegel und die Gauben sind mit Eternitplatten ausgelegt (Asbest…..). Wir werden uns trotzdem mal Angebote einholen müssen.

Scheunen

Die Scheunen sind alle in einem sehr gutem Zustand. Das Dach sieht gut aus (Hauptscheune) und die Wetterseite wurde verschiefert. Auch innen das Holz ist laut zwei Schreinermeister in einem einwandfreiem Zustand. Hier haben wir noch viel Potenzial :).

Fazit

Es ist gibt eine Menge zu tun und es wird nicht in einem halben Jahr erledigt sein. Das ist uns aber bewusst und anhand des doch ziemlich guten Zustandes, freuen wir uns auf die Arbeiten. Für den Preis kann man nichts falsch machen. Sicherlich muss man mindestens nochmal den Kaufpreis reinstecken, aber am Ende sind wir mit einem 1000m² Grundstück und ca. 200m² Wohnfläche noch deutlich günstiger, als wenn wir uns ein Neubau inkl. Grundstück zulegen würden.

Über den Autor

Dominic

Blogger & Hobby-Handwerker aus Leidenschaft.
Familienmensch und Do-Gooder der gerne die Erfahrungen aus dem Altbau-Umbau mit euch teilen möchte.

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